Die Arche jetzt am Otterbiotop

Lange Jahre stand sie am Naturlehrpfad in der Nähe des Köserhauses: Die Arche - Symbol für die Standhaftigkeit der Natur im Widerstreit mit der sich dramatisch verändernden Kulturlandschaft. Inzwischen war sie selbst in die Jahre gekommen und musste repariert werden. Nun steht sie in neuem Glanz am Otterbiotop.
Daneben wurden 4 Elsbeeren gepflanzt, die die Preisträger eines Fotowettbewerbs der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven gewonnen und gestiftet haben.

 

 

 

Das Otterbiotop

Das Lunestedter Otterbiotop ist aus der Teichkläranlage im Ortsteil Freschluneberg an der Lune (gegenüber dem Friedhof) entstanden.

Mitte September 2004 berichtete die Nordsee-Zeitung über das Projekt:

Lunestedt (agp). Das Gelände der ehemaligen Teichkläranlage am Friedhof in Freschluneberg erfüllt einen neuen Zweck. Die Abwässer des Ortes werden in Beverstedt geklärt, und die 8 ha umfassenden Teiche sollen ein Paradies für Tiere werden. Die Umgestaltung zum "Otterbiotop" geht in die letzte Phase.

Hermann Kück und 16 Mitglieder des "Forums Natur - Lunekring" haben die Veränderung der Nutzung tatkräftig durchgesetzt. Da die Lune im Gebiet der früheren Kläranlage noch im Otterschutzprogramm des Landes Niedersachsen liegt, wurden von der Bezirksregierung Lüneburg 18.000 Euro aus EU-Mitteln bewilligt. Von Bingo-Lotto gab es noch einmal 20.000 Euro. Die Freude wäre groß, wenn in Zukunft der Otter sich hier wieder ansiedeln würde.

Auf dem Gelände der Samtgemeinde konnten die Teiche naturschutzgerecht hergerichtet werden. Einige neue Flachgewässer wurden angelegt, vier Sandbänke aufgeschüttet. Und in den Überläufen zwischen den einzelnen Gewässern sind Kieszonen geschaffen worden, in denen sich Bodenbrüter wie Austernfischer, Bruchwasserläufer und Steinschmätzer zu Hause fühlen können. An bis zu 15 Tagen im Jahr rechnet die Wasserbehörde mit der Möglichkeit, dass auch Wasser aus dem Hochwasser der Lune in die Teiche überlaufen kann.

Ansonsten sollen in den Flachwasserzonen Waldwasserläufer, Kiebitze, Teich- und Blesshühner heimisch werden. Reiherenten, Stock- und Krickenten könnten in der Natur-Oase brüten, hofft der Lunestedter Naturschutzbeauftragte Hermann Kück. Auf den Sandbänken sieht er im nächsten Sommer schon Ringelnattern, Lurche, Falter, Rebhühner oder Fasanen in der Sonne liegen. Für den Eisvogel wurde ein Hügel aufgeschüttet, in dessen Steilwand Röhren zum Brüten eingelassen wurden. Im Schilfgürtel erwarten die Naturschützer Braunkehlchen, Rohrsänger und vielleicht den Kranich. Erlen und Weiden sollen noch gepflanzt werden. Auch eine Hecke soll gegenüber dem bisherigen Zugang vom Friedhof her einen Sichtschutz bilden. Die Bevölkerung sollte aber nicht ausgeschlossen werden. Ganz im Gegenteil: eine Aussichtsplattform wurde errichtet. Sie musste wegen des moorigen Untergrunds nach einem Gutachten mit 6 m tiefen Fundamenten versehen werden.

Der Zugang zum Aussichtsturm wird etwa 100 m vor dem Friedhof sein. Dort ist schon eine Bank des Lunekrings aufgestellt worden. Die Informationstafel muss noch angebracht werden. Von der Initiatorin des Lunekrings, Marion Köser, wurde eine Statue mit zwei Ottern gestiftet. Der Bokeler Bildhauer Gerdes hat sie gestaltet. Der Weg zum überdachten Aussichtshäuschen war kaum benutzt, aber schon immer öffentlich. Einige Meter verläuft er über die Wiese von Manfred Schmidt. Von den Landwirten Ludolf Wrede und Hans-Jochen Otten wurde Land hinzugekauft bzw. getauscht.

Die Zimmerei Hillebrandt (Köhlen) und die Mittelweser-Tiefbau-AG haben im Gelände gearbeitet. Die Mitglieder des "Forums Natur - Lunekring" investierten viel Eigenleistung. Sie haben Ausschreibung und Bauplanung übernommen. In diesen Tagen brachten sie in einem Schafstall aus der Zeit der Kläranlage je zwei Eulen- und Fledermauskästen an. Im Oktober soll die Einweihung gefeiert werden.

Luftansicht Otterbitop

Der Fischotter,

den man früher überall in Europa anfinden konnte, der aber seit Ende der siebziger Jahre vom Aussterben bedroht ist, steht heute unter Naturschutz und wurde 1999 sogar zum Wildtier des Jahres gewählt. Er ist Einzelgänger, der eine intakte Naturundgroßflächige Gewässerlandschaften mit all ihren Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum braucht. Auf seinen ausgedehnten nächtlichen Wanderungen legt er bis zu 20 km zurück. Dabei durchstreift der scheue, nachtaktive Wassermarder auch Lebensräume in un-mittelbarer Nähe der Flüsse. Er kann nur überleben, wenn sich die gesamte Auenlandschaft in gutem ökologischen Zustand befindet, Bäume und Büsche genügend Schutz sowie Flüsse und Seen ihm ausreichend Nahrung bieten.

Das Otterbiotop in Lunestedt

 

Mit finanzieller Unterstützung der EU und der Bingostiftung ist in Lunestedt 2004 in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Beverstedt und dem FORUM NATUR LUNEKRING, einem kleinen Kreis engagierter Naturliebhaber, aus der ehemaligen Klärteichanlage an der Lune ein Biotop entstanden, das mit Teichen, Gräben, Ried- und Auwaldflächen nicht nur dem Fischotter als Lebensraum dienen könnte. 2013 und 2014 wurden weitere Ausbaumaßnahmen von der Bingo-Umweltstiftung gefördert. Schon jetzt sind von den beiden Aussichtstürmen verschiedene Entenarten, Gänse, Blesshühner, Reiher, Schwalben, Eisvögel, Turmfalken, Fasane, Frösche und andere Amphibien, aber auch Bisamratten, Rehwild und Hasen zu beobachten. Und seit 2009 ist sogar eines der drei Storchennester bewohnt.